Lokale Autorin – ICH – bringt Geschichte zum Leben – Artikel in der Badischen Zeitung
Es gibt diese Momente, in denen das eigene Schreiben für einen Augenblick innehält – nicht aus Stillstand, sondern weil etwas zurückspiegelt, was sonst im Stillen entsteht. So ging es mir, als ich den Artikel über meine Arbeit in der Badischen Zeitung gelesen habe. Dort wird nicht nur mein neues Buch vorgestellt, sondern auch der Weg dorthin, meine Arbeitsweise, meine Unruhe, meine Neugier und mein Verhältnis zu Geschichten, die bleiben wollen.
Der Artikel zeichnet mich als jemanden, dem Stillstand fremd ist. Und ja, das stimmt. Meine Gedanken sind selten ruhig. Sie kreisen um Figuren, um historische Spuren, um Bücher, die geschrieben werden wollen. In den vergangenen Monaten war es vor allem eine Person, die all diese Gedanken gebündelt hat: Robert Gerwig.
Robert Gerwig – eine Figur, die mehr ist als Technikgeschichte
In der Badischen Zeitung wird Robert Gerwig als das beschrieben, was er war: ein Pionier der Technik, ein Ingenieur mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und ein Mensch, dessen Bauwerke bis heute wirken. Schwarzwaldbahn, Kehrtunnel, Gotthardbahn, Eisenbahnbrücke zwischen Baden und der Schweiz, die Uhrmacherschule in Furtwangen – vieles davon ist bekannt, vieles wird genutzt, und doch ist der Mensch dahinter weitgehend verschwunden.
Genau dieser Zwischenraum hat mich interessiert. Mich hat fasziniert, dass Gerwig Technik nicht als Selbstzweck verstand, sondern als Verantwortung. Als Dienst an der Gesellschaft. Als etwas, das Mensch und Landschaft mitdenken muss. Im Artikel wird dieser Gedanke sehr klar aufgegriffen – und es freut mich besonders, dass genau dieser Aspekt sichtbar wird.
Ich wollte wissen, wie ein Mensch denkt, der Linien in Landschaften schreibt. Wie jemand Entscheidungen trifft, deren Konsequenzen Generationen überdauern. Und ich wollte mich ihm nicht laut, nicht vereinnahmend nähern, sondern auf leisen Sohlen. Mit Geduld. Mit Respekt. Auch dort, wo Archive schweigen.
Schreiben zwischen Archiv und Vorstellungskraft
Die Recherche zu diesem Buch war zeitaufwendig, manchmal mühsam, oft lückenhaft. Robert Gerwig hatte keine Geschwister, keine Kinder, kaum private Korrespondenz. Die Archive erzählen viel über den Ingenieur, den Politiker, den Planer – aber fast nichts über den Menschen, den Ehemann, den Zweifelnden.
Genau hier beginnt für mich das literarische Arbeiten. In kurzen Kapiteln habe ich mich Gerwig angenähert, habe belegbare Fakten mit erzählerischen Einschüben verbunden. Nicht, um Geschichte zu verfälschen, sondern um sie atmend zu machen. Um eine Figur entstehen zu lassen, die nicht aus Zahlen besteht, sondern aus Haltung, Verantwortung, innerer Bewegung.
Dass ich überhaupt auf Robert Gerwig gestoßen bin, verdanke ich meinem inzwischen verstorbenen Lebenspartner aus Triberg. Ohne ihn wäre dieses Buch nicht entstanden. Dieser Ursprung ist Teil der Geschichte – auch wenn er nicht im Buch steht.
Schreiben als Lebensform
Der Artikel erzählt auch von mir als Person: vom Schreiben, das mich seit meiner Kindheit begleitet, von der Freude an Sprache, vom Stricken und Häkeln im Nadelwerken in Riegel, vom Diktiergerät beim Spaziergang mit dem Hund. All das gehört zusammen. Schreiben ist für mich kein abgetrennter Bereich, sondern eine Lebensform. Gedanken entstehen nicht nur am Schreibtisch.
Dass mein Buch nun öffentlich wahrgenommen wird, dass darüber geschrieben und gesprochen wird, empfinde ich als große Wertschätzung. Nicht nur für mich, sondern auch für eine Figur wie Robert Gerwig, die es verdient hat, jenseits von Fachliteratur gelesen zu werden.
Über das Buch und wo es erhältlich ist
„Die Geometrie der Geduld“ ist eine Romanbiographie über Arbeit, die bleiben will. Über Bauwerke, die nicht prahlen müssen, um Bestand zu haben. Und über Technik, die nur dann sinnvoll ist, wenn sie menschlich gedacht wird.
Neben der gedruckten Ausgabe ist das Buch auch als Kindle und Epub-Version erhältlich. Die digitale Ausgabe als Epub kann direkt im Shop auf meiner Website erworben werden und eignet sich für alle, die das Buch unterwegs oder auf dem E-Reader lesen möchten. Kindle gibt es auf Amazon, wo es auch das Taschenbuch zu kaufen gibt. Die Printausgabe ist aber auch über den Buchhandel erhältlich.
Ich freue mich über jede Leserin und jeden Leser, die sich auf diese Reise einlassen – und darüber, dass diese Geschichte nun auch ihren Weg in die Zeitung gefunden hat. Und ich freue mich über Rezensionen.